Unsere Definition

Grundsätzlich sind Kinder in ihrer Entwicklung immer auf die Unterstützung durch Erwachsene angewiesen und von diesen abhängig. Sie brauchen Liebe, Geborgenheit, Zärtlichkeit, Hilfe, Schutz und Sicherheit, um leben und wachsen zu können.Die Erwachsenen müssen daher die Verantwortung für das Wohlergehen der Kinder übernehmen.

  • Von sexueller Gewalt sprechen wir dann, wenn ein Erwachsener die Liebe, die Abhängigkeit oder auch das Vertrauen eines Kindes für die Befriedigung seiner eigenen sexuellen Bedürfnisse ausnutzt und sein Bedürfnis nach Unterwerfung, Macht oder Nähe dem Kind gegenüber durchsetzt. Das muss nicht immer mit körperlicher Gewalt geschehen. Erwachsene haben auch andere Möglichkeiten, dafür zu sorgen, dass Kinder tun, was sie wollen, z.B. indem sie einem Kind drohen oder Angst machen.
  • Sexuelle Gewalt ist eine Form des Machtmissbrauchs, bei dem Sexualität als Mittel der  Machtausübung eingesetzt wird. Der Täter nutzt dabei in aller Regel ein Vertrauens- oder Machtverhältnis aus. Deshalb geschieht sexuelle Gewalt auch hauptsächlich durch bekannte Personen: Elternteile, Geschwister, nahe Verwandte, Nachbarn, gute Bekannte, Lehrerinnen, Trainerinnen oder andere.
  • Die Verantwortung liegt dabei immer beim Erwachsenen oder deutlich Älteren bzw. Mächtigeren. Kinder tragen niemals die Verantwortung für einen sexuellen Übergriff. Kinder sind aufgrund ihrer kognitiven und emotionalen Entwicklung nicht in der Lage, die Folgen bestimmter Situationen oder Handlungen übersehen zu können oder einschätzen zu können. Daher können sie sexuellen Kontakten mit älteren Personen gar nicht willentlich zustimmen.
  • Es kommt fast nie vor, dass sich Mädchen und Jungen eigene Erlebnisse sexueller Gewalt  ausdenken oder Lügengeschichten über eigene sexuelle Gewalterfahrungen erfinden. Kinder haben zwar viel Phantasie, aber diese Phantasien beziehen sich auf Geister, Zauberer oder Actionhelden.Die Wahrscheinlichkeit, dass sexuelle Übergriffe, die Kinder erleben müssen, nicht bemerkt werden, ist viel größer, als die Wahrscheinlichkeit, dass ein Kind sexuelle Übergriffe erfindet. Es kommt sogar vor, dass Kinder die erlebte sexuelle Gewalt leugnen, um eine geliebte Person zu schützen. Vielleicht benennen sie auch eine andere Person als Täter, um den eigentlichen Täter zu schützen und dem Geheimnisdruck stand zu halten. Wenn Mädchen oder Jungen von erlebter sexueller Gewalt berichten, ist generell davon auszugehen, dass sie diese auch erlebt haben.