Schweigepflicht

Alle Mitarbeiterinnen von Sag’s e.V. unterliegen der Schweigepflicht und sind nicht verpflichtet, bei Kenntnis von Missbrauchshandlungen, eine Anzeige zu erstatten oder das Jugendamt einzuschalten. Das, was die Kinder und Jugendlichen sowie ihre Bezugspersonen uns anvertrauen, wird nicht weitergegeben. Da bei sexueller Gewalt der Vertrauensverlust sehr schwer wiegt, ist es ein zentrales Anliegen, allen Ratsuchenden die bestmögliche Gelegenheit zu bieten, Vertrauen wieder neu lernen zu können.

Daher steht für jede Klientin eine eigene Beraterin zur Verfügung, die das ihr in der Beratung Anvertraute auch vertraulich behandelt. Von Seiten der Beratungsstelle Sag’s e.V. wird auch keine Anzeige erstattet – weder bei der Polizei noch beim Jugendamt. Wir sind – ebenso wie sonst auch niemand außer Polizei und Staatsanwaltschaft – nicht zur Anzeige verpflichtet sondern arbeiten vertraulich. Wenn bereits Anzeige erstattet wurde bzw. ein/e Klient/in Anzeige erstatten möchte, bieten wir jedoch Gerichtsbegleitung an oder nehmen an Gesprächen mit dem Jugendamt teil. Nur mit Erlaubnis und in Absprache oder auf Bitten der Klientinnen werden, wenn die Situation es erfordert, überhaupt weitere Schritte unternommen. Auf Wunsch werden z.B. gemeinsame Gespräche mit Betroffenen und ihren Bezugspersonen geführt. Eine selbstverständliche Ausnahme von der Schweigepflicht, die auch rechtlich festgelegt ist, muss gemacht werden, wenn Selbst- oder Fremdgefährdung vorliegen. Auch dann werden die Ratsuchenden jedoch von uns darüber informiert, wenn wir etwas unternehmen müssen, um ihr eigenes Wohlergehen zu schützen. Da sie extremer Hilflosigkeit ausgesetzt waren, ist es uns wichtig, dass die KlientInnen die Kontrolle behalten.