Diagnostik

Der Bereich Diagnostik bezieht sich in erster Linie auf die Arbeit mit Kindern. Jugendliche kommen in der Regel dann, wenn sie selbst der Meinung sind, sexuelle Gewalt erlebt zu haben und dies äußern. Da dies für uns glaubwürdig ist, arbeiten wir mit ihnen an ihren Beratungsanliegen und weniger diagnostisch.

Zum einen Teil hat das Kind bereits von der erlebten sexuellen Gewalt gesprochen. Dann gibt es in der Regel keinen Grund, daran zu zweifeln und wir beginnen mit der Beratungsarbeit. Zum anderen Teil kommen Bezugspersonen von Kindern zu uns, die aufgrund von Verhaltensauffälligkeiten – fast immer auffälligen Verhaltensveränderungen  der ihnen anvertrauten Kinder – auch an sexuelle Gewalt als eine Ursache denken. Sie möchten von uns wissen, ob die von ihnen beobachteten Auffälligkeiten im Erleben und Verhalten eines Mädchens oder Jungen als mögliche Folgen erlebter sexueller Gewalt beurteilt werden können oder ob andere Ursachen denkbar sind. Neben einer ausführlichen Erhebung der Vorgeschichte des Kindes sowie den beobachteten Auffälligkeiten und Äußerungen besprechen wir im Erstgespräch mit der Mutter bzw. der Bezugsperson, die sich an uns wendet, wie sie das Kind auf den Besuch der Beratungsstelle vorbereiten kann.

Beim Erstkontakt mit dem Kind ist in aller Regel zu Beginn noch eine vertraute Person mit dabei. Wenn es für das Kind in Ordnung ist, bleibt es dann alleine mit der Beraterin.  In einem ersten Gespräch reden wir mit dem Kind darüber, warum es hier ist, wie häufig wir uns sehen werden, was wir hier machen können und welche Regeln, vor allem im Umgang mit Geheimnissen, bei uns gelten. Häufig treffen wir uns erst einmal fünf Mal für jeweils ca. 50 Minuten. Dabei setzen wir spieltherapeutische Methoden und Materialien ein, außerdem arbeiten wir mit projektiven Kindertestverfahren.

Besonders wichtig ist es uns, eine vertrauensvolle Beziehung zum Kind herzustellen und so miteinander ins Gespräch zu kommen. Alle Stunden werden im Nachhinein protokolliert. Die Diagnostik schließen wir mit einem erneuten Gespräch mit den Vertrauenspersonen des Kindes ab. In manchen Fällen schreiben wir eine Stellungnahme über die diagnostische Arbeit, ihr Ergebnis, sowie eine abschließende Empfehlung.