Was passiert bei einer Anzeige?

Das Gesetz verbietet zwar, dass Erwachsene sich Kindern sexuell nähern, aber trotzdem muss niemand eine Anzeige machen, auch wenn viele das denken.

Nur die Polizei muss nachforschen, wenn sie davon hört, dass ein Kind sexuelle Gewalt erleben muss(te). Dann unterhält sich eine Polizistin oder ein Polizist mit dem Mädchen oder Jungen und befragt auch andere, die etwas darüber wissen. Die Polizei gibt alle Informationen, die sie gesammelt hat, an die Staatsanwaltschaft weiter. Die Staatsanwältin oder der Staatsanwalt entscheiden, ob sie Anklage erheben und der Fall vor Gericht verhandelt wird.

In einer Gerichtsverhandlung müssen alle Personen, die etwas wissen können, noch einmal Fragen der Richterin oder des Richters beantworten. Die müssen dann ein Urteil sprechen. Das bedeutet, dass sie entscheiden müssen, ob ohne jeden Zweifel bewiesen werden kann, dass der Beschuldigte gegen das Gesetz verstoßen hat. Wenn das so ist, verhängen sie eine Strafe gegen ihn.

Das ist alles sehr kompliziert. Deshalb gibt es Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte, die sich darauf spezialisiert haben, Mädchen und Jungen zu vertreten, die sexuelle Gewalt erfahren haben. Es ist sehr wichtig, in einem Gerichtsverfahren eine Anwältin oder einen Anwalt zu haben, die oder der sich gut auskennt und das Kind deshalb auch gut vertreten kann.